Der Name täuscht – Lungenbraten ist kein Organfleisch, sondern ein zartes Filet vom Schwein oder Rind. Diese irreführende Bezeichnung führt dazu, dass viele Feinschmecker ein Premium-Highlight der österreichischen Küche übersehen.

Ursprung des Namens: Lungel-Braten, kein Lungenfleisch · Verwendung: Filet vom Schwein oder Rind · Rezepte: Über 900 auf Chefkoch · Herkunft: Wiener Tradition · Zubereitungszeit: Ca. 2–3 Stunden für 2 kg

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exakte historische Einführung des Begriffs „Lungenbraten” in Österreich
  • Keine offiziellen Kalorienangaben aus autorisierten Quellen verfügbar
3Zeitleisten-Signal
  • Das Österreichische Lebensmittelbuch definiert Lungenbraten als Filet
  • Die Wiener Fleischerei Radatz bietet seit 1962 Rinds-Lungenbraten-Rezepte an
4Wie es weitergeht
  • Vergleich Schwein vs. Rind mit Garzeiten und Temperaturangaben
  • Traditionelle Zubereitung mit österreichischen Beilagen
Steckbrief: Lungenbraten als Premium-Filet
Merkmal Details
Fleischtyp Schweine- oder Rinderfilet
Namensursprung Lungel-Braten (historisch, keine Lunge)
Herkunft Österreich, Wien
Rezeptanzahl 921 auf Chefkoch
Typische Gewürze Senf, Salbei, Prosciutto

Welches Fleisch ist ein Lungenbraten?

Der Lungenbraten bezeichnet ein hochwertiges Filetstück, das von der inneren Lendenmuskulatur des Tieres stammt. Laut dem Österreichischen Lebensmittelbuch wird dieses Stück bei Rindern, Kälbern, Schweinen und Einhufern von den Lendenwirbeln und Beckenknochen abgetrennt. Das Besondere: Die Anheftungsmuskulatur, die sogenannte „Kette”, kann entfernt oder belassen werden. Als reines „Filet” gilt der Lungenbraten ohne Kette – das zarteste Stück vom Tier.

Was das bedeutet

Wer beim Metzger nach Lungenbraten fragt, bekommt dasselbe Qualitätsstück wie beim Stichwort Filet – vorausgesetzt, die Kette wurde entfernt. Die Begriffe sind in der österreichischen Gastronomie austauschbar.

Herkunft und Fleischart

Die anatomische Herkunft des Lungenbratens ist klar definiert: Die Psoasmuskulatur, die den Körper des Tieres stabilisiert, liefert ein besonders mageres und zartes Stück Fleisch. Wikimeat Fleischlexikon bestätigt, dass aus dem Lungenbraten die zartesten und saftigsten Steaks geschnitten werden. Bei Schweinen wiegt ein typisches Filet zwischen 600 und 800 Gramm, während für vier Portionen Rinds-Lungenbraten etwa 1 bis 1,2 Kilogramm eingekauft werden.

Unterschied zu Lunge

Trotz des Namens hat der Lungenbraten nichts mit der Lunge des Tieres zu tun. Diese Verwechslung entsteht vermutlich durch die phonetische Ähnlichkeit mit dem historischen Begriff „Lungel-Braten”. Das Österreichische Lebensmittelbuch stellt explizit klar, dass der Begriff nichts mit dem Organ Lunge gemein hat.

Fazit: Lungenbraten ist kein Organfleisch, sondern ein Filetstück aus der wertvollsten Muskelpartie von Rind oder Schwein.

Warum sagt man Lungenbraten?

Die Bezeichnung „Lungenbraten” hat eine eigene Wortgeschichte, die weit zurückreicht. Der Name leitet sich nicht vom Organ Lunge ab, sondern von „Lungel-Braten” – einem Begriff aus der österreichischen Küchentradition. Wikimeat Fleischlexikon erklärt, dass diese sprachliche Verankerung in Wien und Umgebung bis heute erhalten geblieben ist, während in anderen Regionen Deutschlands eher von Filet oder Tenderloin die Rede ist.

Woher der Name wirklich kommt

Sprachwissenschaftler vermuten, dass „Lungel” eine regionale Verballhornung eines älteren Begriffs ist, möglicherweise abgeleitet von der Lage des Fleischstücks nahe am Zwerchfell. Die exakte Etymologie ist nicht restlos geklärt.

Wortgeschichte

In Wien hat sich der Begriff Lungenbraten als fester Bestandteil der Fleischterminologie etabliert. Die Wiener Fleischerei Radatz, die seit 1962 hochwertige Fleischwaren anbietet, führt in ihrem Sortiment bewusst den „Rinds-Lungenbraten” als traditionsreiches Stück. Diese Kontinuität zeigt, dass der Begriff nicht als veraltet gilt, sondern als Qualitätsmerkmal und regionale Spezialität verstanden wird.

Historischer Hintergrund

Die Wiener Küche hat den Lungenbraten traditionell in verschiedene Zubereitungsarten eingebunden: als ganzes Stück geschmort, in Medaillons geschnitten oder als Basis für Klassiker wie Filet Wellington. Das Ichkoche.at Rezeptportal listet bekannte Gerichte auf, die ausnahmslos auf die Zartheit und den milden Geschmack des Filets setzen.

Das Österreichische Lebensmittelbuch bestätigt: Lungenbraten (Filet) ist die von Lendenwirbeln und Beckenknochen abgetrennte innere Lendenmuskulatur.

Die Wiener Tradition verbindet kulinarische Qualität mit sprachlicher Kontinuität – ein seltener Fall, in dem ein regionaler Begriff über Jahrzehnte hinweg als Qualitätsversprechen bestehen bleibt.

Sind Schweinefilet und Lungenbraten das Gleiche?

Ja, in der Praxis werden die Begriffe häufig synonym verwendet. Das Schweinsfilet ist genau jenes Stück, das als Schweinslungenbraten bezeichnet wird. Der Unterschied liegt lediglich in der regionalen Benennung: In Österreich bevorzugt man den Begriff Lungenbraten, während im restlichen deutschsprachigen Raum „Filet” oder „Schweinefilet” üblich sind.

Vergleich: Schweinslungenbraten und Rinds-Lungenbraten
Kriterium Schweinslungenbraten Rinds-Lungenbraten
Typisches Gewicht 600–800 g 1–1,2 kg
Ofentemperatur 150–180 °C 160–180 °C
Garzeit (ca.) 30 Min. (Anbraten + 30 Min. Ofen) 45–60 Min. (Schmoren)
Beste Zubereitung Schnellbraten, Medaillons Schmoren, ganzes Stück
Typische Sauce Eierschwammerl, Pfefferrahm Rotweinjus, Gemüsefond
Passende Beilagen Erdäpfel, Wirsing Eierspätzle, Serviettenknödel
Die Empfehlung

Für Einsteiger eignet sich Schweinslungenbraten besser: Er ist günstiger, gar schneller und verzeiht kleine Timing-Fehler. Rinds-Lungenbraten belohnt erfahrene Köche mit tieferem Aroma, erfordert aber mehr Geduld beim Schmoren.

Vergleich der Stücke

Der Schweinslungenbraten liefert ein helleres, milder schmeckendes Fleisch, das besonders von Senf, Kräutern und Pilzsauce profitiert. Milly.at Metzgerei empfiehlt das Fleisch vor dem Garen mit Senf einzureiben, zu salzen und zu pfeffern, bevor es bei 150 °C im Ofen fertig gegart wird. Die typische Sauce besteht aus 500 Gramm Eierschwammerln und 350 Milliliter Sahne.

Regionale Begriffe

In der Wiener Gastronomie ist „Lungenbraten” der Standardbegriff, der auf der Speisekarte steht. Schätze aus Österreich zeigen traditionelle Rezepte mit Mangalitza-Speck und regionalen Beilagen wie Eierspätzle und Wirsing. Der Begriff signalisiert: Hier handelt es sich um Premium-Fleisch nach Wiener Tradition.

Fazit: Schweinefilet und Schweinslungenbraten sind identisch – nur die regionale Bezeichnung unterscheidet sich. In Wien gilt der traditionelle Name als Qualitätsversprechen.

Wie lange müssen 2 kg Schweinebraten garen?

Für 2 Kilogramm Schweinefilet – was etwa der Größe eines Lungenbratens entspricht – gilt als Richtwert eine Garzeit von 2 bis 3 Stunden bei niedriger bis mittlerer Temperatur. Die genaue Dauer hängt von der gewählten Zubereitungsart und der gewünschten Kerntemperatur ab.

Garzeiten nach Gewicht

Die Kerntemperatur ist der zuverlässigste Indikator für die Zubereitung. Für durchgegartes Schweinefilet werden 70 °C empfohlen, für medium 65 °C. Als Faustregel gilt: Pro Kilogramm Fleisch etwa 30 bis 40 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 150 °C, zuzüglich der Anbrandzeit von 5 bis 10 Minuten.

Was das für 2 kg bedeutet

Bei 2 Kilogramm Schweinefilet sollte mit etwa 60 bis 80 Minuten Garzeit im Ofen gerechnet werden, zuzüglich 10 Minuten Anbraten. Ein Fleischthermometer verkürzt die Unsicherheit erheblich: Sobald 65 bis 70 °C Kerntemperatur erreicht sind, ist das Fleisch optimal. Die Ruhezeit von 5 bis 10 Minuten nach dem Ofen sorgt für gleichmäßige Säfte.

Das bedeutet: Wer auf Nummer sicher gehen will, plant insgesamt etwa 2,5 Stunden ein – inklusive Ruhezeit. Die Zubereitung im Bräter mit Deckel schafft zusätzliche Sicherheit gegen Austrocknung.

Wie bereitet man Lungenbraten optimal zu?

Die Zubereitung von Lungenbraten folgt einem klaren Prinzip: Hohe Hitze zum Anbraten, dann schonend garen. Wikimeat Fleischlexikon erklärt, dass das Anbraten bei hoher Hitze die Poren verschließt und dadurch die Feuchtigkeit im Fleisch hält. Nach dem Braten sollte das Fleisch rasten – laut Kotanyi Gewürzmanufaktur sorgt diese Ruhephase für bessere Saftigkeit.

Schweinslungenbraten im Detail

  1. Schweinsfilet (600–800 g) waschen und trocken tupfen
  2. Mit Senf einreiben, salzen und pfeffern
  3. In heißer Pfanne von allen Seiten anbraten (ca. 4 Min.)
  4. Bei 150 °C im vorgeheizten Ofen 30 Minuten weitergaren
  5. Kerntemperatur mit Fleischthermometer prüfen: 65–70 °C
  6. 5 Minuten rasten lassen vor dem Anschneiden

Rinds-Lungenbraten schmoren

Der Rinds-Lungenbraten (1–1,2 kg für 4 Personen) wird laut Radatz Wiener Fleischerei zuerst in Butter und Öl scharf angebraten. Danach kommen Karotten, Rüben, Sellerie und Lauch hinzu, die mit Rotwein abgelöscht werden. Rindsuppe und Gewürze komplettieren die Sauce, bevor das Ganze bei niedriger Temperatur 45 bis 60 Minuten schmort.

Was auf keinen Fall passieren darf

Schweinefilet trocknet schnell aus, wenn es zu lange oder bei zu hoher Temperatur gegart wird. Schätze aus Österreich warnt ausdrücklich: Nicht zu durchgaren, um die gewünschte Saftigkeit zu erhalten.

Die Konsequenz aus diesem Warnhinweis ist eindeutig: Jede Minute über der optimalen Kerntemperatur kostet das Fleisch an Saftigkeit – und bei Premium-Filet wie Lungenbraten macht sich dieser Unterschied deutlich auf dem Teller bemerkbar.

Die wichtigsten Tipps für zartes Filet

Drei Faktoren entscheiden über den Erfolg: Temperaturführung, Ruhezeit und die richtige Kerntemperatur. Emmikochteinfach Blog empfiehlt, das Fleisch 30 bis 45 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank zu nehmen, damit es Zimmertemperatur erreicht. Für Medaillons schneidet man das Filet in 2,5 bis 3 Zentimeter dicke Scheiben und brät sie pro Seite nur 2 bis 3 Minuten.

Zubereitungstipps für Schweinefilet

  • Filet 30–45 Min. vor dem Garen aus Kühlschrank nehmen
  • Mit Gewürzsalz und Öl einpinseln (Kotanyi)
  • Hohe Hitze beim Anbraten, dann niedrigere Temperatur im Ofen
  • Kerntemperatur 65–70 °C anpeilen
  • Rasten nicht vergessen: 5 Minuten vor dem Anschneiden

Medaillons und Schnitzel vom Lungenbraten

Für Pfefferrahmsauce werden Schweinemedaillons in der Pfanne scharf angebraten und mit Sahne, Fond und grünem Pfeffer abgelöscht. Gusto.at Magazin zeigt eine Alternative: Wurzelfleisch, bei dem das Filet in 150-Gramm-Stücke geteilt und in Kalbsfond mit Karotten, Pastinaken und Sellerie gegart wird. Das Abschmecken mit Kren gibt dem Gericht den typisch österreichischen Charakter.

Wikimeat bestätigt: Die zartesten und saftigsten Steaks werden aus dem Lungenbraten geschnitten.

Fazit: Das Geheimnis zarten Lungenbratens liegt im rechtzeitigen Herausnehmen aus dem Kühlschrank, kurzem scharfen Anbraten und ausreichend Rastzeit. Kerntemperatur 65–70 °C ist der Richtwert.

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Der Lungenbraten teilt mit dem Rinderfilet perfekt braten dieselbe edle Zartheit und erfordert vergleichbare Garzeiten sowie Brattipps für optimales Ergebnis.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Lungenbraten und Rinderlunge?

Überhaupt keiner – und zwar, weil Lungenbraten kein Lungengewebe ist. Der Name kommt von „Lungel-Braten”, einem historischen Begriff, und bezeichnet tatsächlich das Filet aus der Lendenmuskulatur.

Welches Fleisch ist das gesündeste für den Menschen?

Lungenbraten (Filet) gilt als besonders mager und proteinreich. Die offizielle Empfehlung variiert je nach Ernährungsweise und individuellen Bedürfnissen – eine allgemeingültige Aussage zum „gesündesten” Fleisch gibt es nicht.

Was ist geflochtener Lungenbraten?

Dabei wird das Schweinefilet vor dem Garen der Länge nach eingeschnitten und geflochten. Diese Methode kommt ohne additional Bindematerial aus und sorgt für eine gleichmäßige Garzeit sowie eine ansprechende Optik auf dem Teller.

Gibt es Lungenbraten-Spezialitäten in Österreich?

Ja, die Wiener Küche hat verschiedene Zubereitungsarten entwickelt. Radatz bietet seit 1962 Rezepte für geschmorten Rinds-Lungenbraten mit Rotweinjus und Wurzelgemüse. Typische Beilagen sind Eierspätzle, Serviettenknödel und Wirsing.

Wie wird Lungenbraten traditionell serviert?

Je nach Zubereitung: ganzes Stück aufgeschnitten mit Sauce, als Medaillons auf Kartoffelgratin oder als Teil eines mehrgängigen Menüs. Zu Schweinslungenbraten passen Eierschwammerlsauce und Erdäpfel; zu Rinds-Lungenbraten harmoniert ein Rotweinjus mit Spätzle.

Ist Lungenbraten kalorienarm?

Filet zählt zu den magersten Fleischstücken. Für genaue Nährwerte fehlen offizielle Quellen, aber als magere Muskelpartie enthält Lungenbraten weniger Fett als vergleichbare Cuts. Die genaue Kalorienzahl hängt von der Zubereitung ab – gebraten mit wenig Öl bleibt das Ergebnis leicht.