Der Grenadiermarsch verwandelt Reste in ein knuspriges deftiges Gericht, das in Wiener Wirtshäusern fest auf der Karte steht. Was als Arme-Leute-Essen galt, gehört heute zu den beliebtesten Restegerichten Österreichs.

Herkunft: Österreich · Gerichtstyp: Hauptspeise aus Resten · Hauptzutaten: Erdäpfel, Nudeln, Speck · Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten · Portionen: 2-4

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Klassisches Rezept aus Österreich (Gusto.at)
  • 500 g Erdäpfel, 300 g Nudeln (Gusto.at)
  • Knusprig anbraten ist entscheidend (Servus.com)
2Was unklar ist
  • Exakte Kalorienangaben je nach Variante
  • Historische Ersterwähnung nicht datierbar
3Zeitleisten-Signal
  • ORF-Rezept veröffentlicht am 18.02.2025
  • 19. Jahrhundert: Arme-Leute-Essen etabliert
4Wie es weitergeht
  • Regionale Varianten erobern moderne Küchen
  • Vegetarische Anpassungen im Trend

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Merkmale des Grenadiermarschs auf einen Blick zusammen.

Steckbrief: Grenadiermarsch auf einen Blick
Attribut Details
Gerichtstyp Pfanne aus Resten
Region Österreich, Wien
Schwierigkeit Einfach
Zubereitungszeit 30 Minuten
Schwierigkeitsgrad Leicht
Typische Portionen 4 Portionen
Hauptzutaten Erdäpfel, Nudeln, Selchfleisch
Gewürze Majoran, Salz, Pfeffer

Was ist Grenadiermarsch?

Der Grenadiermarsch ist ein traditionelles österreichisches Gericht, das gekochte Kartoffeln, Nudeln, Zwiebeln und Fleisch- oder Wurstreste in der Pfanne vereint. Laut Gutekueche.at (Rezeptportal mit Fokus auf Hausmannskost) stammt das Gericht aus der österreichisch-ungarischen Küche und galt ursprünglich als Arme-Leute-Essen. Heute gehört es in Wiener Wirtshäusern fest zur Speisekarte.

Herkunft und Bedeutung

Als Resteverwertungsgericht zeigt der Grenadiermarsch, wie gut „Restln” schmecken können. Die Steirische Spezialitäten (Portal für regionale steirische Küche) beschreibt ihn als einfaches, abwechslungsreiches Gericht, das gehaltvoll und geschmackvoll ist. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (BMLUK.gv.at) hat das Rezept offiziell im Rahmen seiner Initiative gegen Lebensmittelverschwendung veröffentlicht.

Typische Zutaten

Die Basis bildet eine Kombination aus vorgekochten Erdäpfeln und Nudeln. Typische Zutaten umfassen nach Gusto.at (etabliertes österreichisches Food-Magazin): 500 g speckige Erdäpfel, 300 g Spiralnudeln, 2 Zwiebeln, 70 g Selchfleisch, Öl, Petersilie, Salz, Pfeffer und Majoran. Das Wichtigste dabei: Alles muss knusprig angebraten werden, wie die Servus.com-Redaktion (Wiener Klassiker mit Tipps) betont.

Anmerkung der Redaktion

Der Begriff „Erdäpfel” ist die österreichische Bezeichnung für Kartoffeln und wird in diesem Artikel durchgehend verwendet. Für Leser außerhalb Österreichs empfiehlt sich die alternate Bezeichnung beim Einkauf.

Die upshot

Die Stärke des Grenadiermarschs liegt in seiner Flexibilität: Kein Rezept ist falsch, solange die drei Grundkomponenten Erdäpfel, Nudeln und angebratene Reste vorhanden sind.

Warum heißt Grenadiermarsch so?

Der Name führt zurück ins 19. Jahrhundert, als Grenadiere zu den elite Truppeneinheiten der österreichisch-ungarischen Armee gehörten. Soldaten, die von den Märschen mit ihren schweren Rucksäcken zurückkehrten, sollen ihre Feldrationen – übrige Kartoffeln, Nudeln und Fleischreste – zu diesem simplen Pfannengericht verarbeitet haben. Der Begriff „Marsch” bezieht sich dabei auf den Rückmarsch vom Einsatz, nicht auf den militärischen Gleichschritt.

Bezug zu Grenadieren

Grenadiere waren Soldaten, die für den Angriff mit Granaten ausgebildet wurden. Sie trugen schwere Lasten und hatten oft nur einfache Verpflegung. Reste, die beim Kochen für Offiziere anfielen, wurden unter ihnen aufgeteilt – daraus entwickelte sich das Gericht, das heute ihren Namen trägt.

Historischer Ursprung

Die genaue Erstbelegung lässt sich nicht datieren. Schätzungen gehen vom 19. Jahrhundert aus, als in Wien und Umgebung die Resteküche weit verbreitet war. Das Gericht wanderte mit der österreichisch-ungarischen Monarchie und verbreitete sich in Varianten nach Ungarn, Kroatien und in die Slowakei.

Was ist im Grenadiermarsch?

Die Zutaten variieren je nach Region und Vorrat. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (offizielle Regierungsinitiative gegen Lebensmittelverschwendung) empfiehlt für die Burgenländer Variante: 6 mittelgroße Kartoffeln, 250 g Nudeln, 1 große Zwiebel, 1 EL Olivenöl, optional Fleischreste.

Klassische Zutatenliste

Als Fleisch eignen sich Selchfleisch, Speck, Dauerwurst oder Bratenreste. Die Kotanyi-Gewürzmanufaktur (österreichischer Gewürzhersteller) empfiehlt in ihrer Variante 400 g festkochende Kartoffeln, 200 g Hörnchen-Nudeln, 200 g Dürre oder Dauerwurst, 1 große Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, Kümmel, Paprika und Petersilie.

Regionale Varianten

Drei Hauptvarianten haben sich etabliert: Die Wiener Version setzt auf Fleckerl und Geselchtes (Gusto.at), die steirische Variante betont Kreativität mit verschiedenen Nudelsorten und mehr Fleischanteil (200 g statt 70 g). Die burgenländische Variante ist minimalistisch und kommt ohne Fleischpflicht aus – ideal für Vegetarier.

Tipp für Kreative

Wer verschiedene Nudelsorten kombiniert, erreicht eine interessantere Textur. Hörnchen, Fusilli und Penne eignen sich besonders gut.

Wie macht man Grenadiermarsch? (Rezept)

Das Rezept folgt einem einfachen Prinzip: Vorbereiten, Anbraten, Zusammenfügen. Die Servus.com-Rezeptredaktion (Wiener Klassiker mit Tipps) betont, dass Schön-knusprig-Anbraten das Allerwichtigste ist. Die Zubereitungszeit beträgt etwa 30 Minuten, wenn Erdäpfel und Nudeln vom Vortag verwendet werden.

Zutaten für 2 Portionen

  • 400 g festkochende Kartoffeln (vorgekocht, vom Vortag)
  • 200 g Spiralnudeln oder Fleckerl (vorgekocht)
  • 80 g Frühstücksspeck oder 100 g Geselchtes
  • 1 große Zwiebel
  • 2 EL Schmalz oder Öl
  • Majoran, Salz, Pfeffer
  • Petersilie zum Garnieren

Zubereitungsschritte

  1. Die vorgekochten Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden. Die Nudeln eventuell halbieren.
  2. In einer großen Pfanne das Fett erhitzen. Die Zwiebel in Scheiben schneiden und glasig anbraten.
  3. Das Fleisch in Würfel schneiden und hinzufügen. Kräftig anbraten, bis es Farbe annimmt.
  4. Kartoffelscheiben und Nudeln dazugeben. Bei mittlerer bis hoher Hitze knusprig anbraten – nicht zu früh wenden!
  5. Mit Majoran, Salz und Pfeffer würzen. Petersilie überstreuen und servieren.
Der catch

Wer zu früh wendet, bekommt keine Knusprigkeit. Geduld beim Braten ist der Schlüssel – idealerweise 5-7 Minuten pro Seite bei mittlerer Hitze.

Wie viele Kalorien hat Grenadiermarsch?

Exakte Kalorienangaben variieren je nach verwendeten Zutatenmengen und Fettanteil. Schätzungen liegen bei etwa 500-700 kcal pro Portion für eine klassische Variante mit Speck. Gutekueche.at gibt keine genauen Nährwerte an, da die Reste-Menge stark schwankt.

Nährwerte pro Portion

Bei einer Portion mit 200 g Kartoffeln, 100 g Nudeln und 80 g Speck rechnet man grob mit: 550-650 kcal, 20-25 g Eiweiß, 60-70 g Kohlenhydrate, 25-30 g Fett. Fettquellen variieren: Öl, Schmalz oder Olivenöl – zwischen 1 und 6 EL je nach Rezept.

Abhängig von Zutaten

Die vegetarische Variante ohne Fleisch reduziert den Kaloriengehalt deutlich. Wer Streukäse hinzufügt, erhöht den Eiweißanteil. Das ORF-Rezept (bekannte Kochsendung mit Silvia Schneider) vom 18. Februar 2025 setzt auf 300 g Fleischreste, was den Wert nach oben treibt.

Fazit: Der Grenadiermarsch ist ein vielseitiges Restegericht für alle, die nachhaltig kochen wollen, ohne auf Genuss zu verzichten. Für preisbewusste Haushalte in Österreich ist die Resteverwertung klar: Lieber knusprig angebraten als weggeworfen.

“Der Grenadiermarsch zeigt, wie gut ‘Restln’ schmecken können. Einfach und abwechslungsreich in der Zubereitung, g’schmackig und gehaltvoll im Genuss.”

Steirische Spezialitäten, Redaktion

“Das Allerwichtigste: Schön knusprig angebraten muss alles sein.”

Servus.com, Rezeptredaktion

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Weitere Quellen

youtube.com

Genau wie der butterzarter Tafelspitz aus der Wiener Küche entsteht auch Grenadiermarsch aus einfachen Resten zu einem deftigen Klassiker.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Grenadier?

Grenadiere waren Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee, die für Granateinsatz ausgebildet wurden. Sie trugen schwere Lasten und erhielten einfache Feldrationen – darunter auch das Gericht, das heute ihren Namen trägt.

Woher stammt der Begriff Grenadier?

Der Begriff leitet sich vom französischen „grenadier” ab und bezeichnete Soldaten, die Granaten warfen. Das Gericht erhielt den Namen, weil angeblich Grenadiere beim Rückmarsch ihre Feldrationen zu diesem Pfannengericht verarbeiteten.

Gibt es einen Grenadiermarsch Originalrezept?

Ein einzelnes „Originalrezept” existiert nicht. Das Gericht entstand als Resteverwertung und variiert daher regional. Die Wiener, steirische und burgenländische Version sind die bekanntesten Varianten.

Welche Nudeln für Grenadiermarsch?

Am besten eignen sich Spiralnudeln, Fleckerl, Hörnchen, Fusilli oder Penne. Laut Servus.com (Wiener Klassiker) sind Spiralnudeln und Fleckerl die traditionellste Wahl.

Ist Grenadiermarsch vegetarisch möglich?

Ja. Laut Gutekueche.at (Rezeptportal) funktioniert das Gericht ohne Fleisch. Optional können versprudelte Eier oder Bratensaft für Geschmack sorgen.

Grenadiermarsch mit Wurst?

Absolut. Dauerwurst, Debreziner, Frankfurter oder Mettwurst passen hervorragend. Das Kotanyi-Rezept verwendet 200 g Dürre oder Dauerwurst als Fleischkomponente.

Grenadiermarsch für Diabetiker?

Bei Diabetes ist die Kohlenhydratmenge entscheidend. Eine Portion mit 200 g Kartoffeln und 100 g Nudeln enthält etwa 60-70 g Kohlenhydrate. Besser: Weniger Nudeln, mehr Fleischanteil und fettarme Zubereitung wählen.

Welche Beilagen passen zum Grenadiermarsch?

Klassische Beilagen sind Gurkensalat, Krautsalat oder grüner Salat mit Kürbiskernöl. Auch saure Gurken passen laut Kotanyi (Gewürzhersteller) hervorragend dazu.