Kaum ein Thema im Impfkalender sorgt für so viele Fragen wie die Auffrischimpfungen im Erwachsenenalter. Repevax, ein kombinierter Tdap-IPV-Impfstoff, schützt gleich vor vier Krankheiten – und wirft damit alltagspraktische Fragen auf von Kosten bis Verträglichkeit. Laut Zulassungsdaten des Paul-Ehrlich-Instituts (deutsche Bundesbehörde für Impfstoffe) wird Repevax seit November 2001 als Auffrischimpfung eingesetzt.

Impfstofftyp: Tdap-IPV · Zulassung: Auffrischimpfung ab 3 Jahren · Auffrischintervall: Alle 10 Jahre · Verabreichung: Intramuskuläre Injektion

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Kombinierter Auffrischimpfstoff (Tdap-IPV) (Paul-Ehrlich-Institut)
  • Schützt vor Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio (Paul-Ehrlich-Institut)
  • Zugelassen ab 3 Jahren (Paul-Ehrlich-Institut)
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
  • Auffrischung alle 10 Jahre empfohlen (Sanofi Campus (Herstellerinformation))
  • Verschreibungspflichtig, E-Rezept möglich (MediPreis)
Das Wichtigste zuerst

Repevax ist kein Impfstoff für die Grundimmunisierung, sondern ein reiner Booster – wer noch nie gegen die vier Krankheiten geimpft wurde, braucht ein anderes Schema.

Was für eine Impfung ist Repevax?

Repevax ist ein kombinierter Auffrischimpfstoff vom Typ Tdap-IPV. Die Bezeichnung steht für: Tetanus (Wundstarrkrampf), reduziertes Diphtherie-Toxoid, reduziertes azelluläres Pertussis-Antigen (Keuchhusten) und inaktivierte Polio-Viren (Kinderlähmung). Entwickelt wurde der Impfstoff für die Auffrischung – nicht die erste Immunisierung.

Laut Fachinformation des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (Österreich) enthält Repevax keine lebenden Bakterien oder Viren. Die Antigene werden chemisch inaktiviert – eine Infektion durch den Impfstoff ist biologisch ausgeschlossen.

Welche Krankheiten werden abgedeckt?

  • Diphtherie – bakterielle Infektion, die Atemwege und Herz schädigen kann.
  • Tetanus – führt zu schmerzhaften Muskelkrämpfen, oft tödlich ohne Behandlung.
  • Pertussis (Keuchhusten) – besonders für Säuglinge und ältere Erwachsene gefährlich.
  • Polio (Kinderlähmung) – durch Impfung in Europa nahezu ausgerottet, aber weiterhin Reiserisiko.

Das Robert-Koch-Institut (STIKO – Ständige Impfkommission) empfiehlt die Tdap-IPV-Auffrischung für Erwachsene einmalig mit Pertussis-Komponente, falls noch nicht geschehen.

Fazit: Repevax ist ein 4-fach-Booster, kein Startimpfstoff. Erwachsene profitieren besonders von der Pertussis-Komponente, da Keuchhusten im Alter oft unterschätzt wird.

Wie oft muss Repevax geimpft werden?

Die Auffrischimpfung wird nach den Empfehlungen der STIKO im Abstand von 10 Jahren wiederholt. Der Grund: Der Schutz gegen Tetanus und Diphtherie lässt im Laufe der Zeit nach – bei Pertussis ist die Abnahme noch schneller messbar.

Ab welchem Alter ist die Impfung empfohlen?

Repevax ist für Kinder ab 3 Jahren zugelassen, wird aber vorrangig bei Erwachsenen eingesetzt. Die RKI-Impfkalender (Bundesinstitut für Infektionskrankheiten) sieht die erste Tdap-IPV-Auffrischung im Alter von 5–6 Jahren vor, dann alle 10 Jahre.

Auffrischintervall alle 10 Jahre

Wer den letzten Tetanus-Diphtherie-Schutz vor mehr als einem Jahrzehnt erhalten hat, sollte zur Sprechstunde gehen. Der Sanofi Campus (Herstellerinformation) hält fest: Die Booster-Intervalle sind evidenzbasiert, aber bei Verletzungen mit Tetanusrisiko kann eine frühere Gabe nötig sein.

Wichtig für die Praxis

Der Zeitpunkt der letzten Impfung ist oft unbekannt. Nach einer Verletzung mit Erdkontakt – etwa einem Gartenunfall – wird der Arzt den Tetanus-Impfstatus prüfen und gegebenenfalls sofort mit Repevax nachimpfen, unabhängig vom 10-Jahres-Plan.

Das Muster: Der Arzt entscheidet situativ – der Impfpass ist der beste Freund.

Wie viel kostet eine Repevax-Impfung?

Die Kosten für die Impfung setzen sich aus dem Präparat und der ärztlichen Verabreichung zusammen. Repevax ist verschreibungspflichtig und muss in der Apotheke abgeholt werden – der Preis ist nicht einheitlich.

Preis in der Apotheke

Laut einem Preisvergleich vom November 2025 lag der Apothekenverkaufspreis für eine Fertigspritze Repevax bei 44,82 € (MediPreis (deutscher Preisvergleich)). Ein 10er-Pack wurde für 346,36 € geführt (medikamente-per-klick.de (Versandapotheke)). Die Preise variieren je nach Apotheke und Rabattvertrag.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Ja. In Deutschland ist die Tdap-IPV-Auffrischung eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn sie gemäß STIKO-Empfehlung durchgeführt wird. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA – deutsche Gesundheitsinformationsstelle) bestätigt: Wer seine fällige Auffrischung beim Arzt vorlegt, bekommt das Rezept – die Kasse trägt die Kosten. Privatversicherte müssen die Kosten meist vorstrecken und bekommen sie erstattet.

Der Kostenfalle vorbeugen

Apothekenpreise sind regional unterschiedlich und können je nach Rabattvertrag der Krankenkasse abweichen. Wer die Impfung plant, sollte in der Arztpraxis nach einem Kassenrezept fragen – dann entfällt die Rechnung komplett.

Der Haken: Ohne Rezept zahlt der Patient selbst – die Kasse erstattet nur bei fristgerechter Impfung.

Welche Nebenwirkungen hat Repevax?

Wie alle Impfstoffe kann Repevax Nebenwirkungen hervorrufen. Die überwiegende Mehrheit ist leicht bis moderat und klingt innerhalb weniger Tage ab.

Häufige Nebenwirkungen

  • Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen

Diese Reaktionen treten laut Betriebsärztlicher Dienst der FAU (Universitätsklinik) bei etwa jedem fünften Geimpften auf; sie sind Zeichen einer normalen Immunantwort. Fieber kommt selten vor.

Seltene Nebenwirkungen

Allergische Sofortreaktionen (Urtikaria, Luftnot) sind extrem selten, aber möglich. Die Medicines & Healthcare Products Regulatory Agency (britische Arzneimittelbehörde) führt in der Fachinformation auch Einzelfälle von Lymphadenopathie, Übelkeit und Gelenkschmerzen auf. In der Regel verschwinden diese Beschwerden ohne Behandlung.

Impfschäden – Risikoabschätzung

Die Frage nach Impfschäden beschäftigt viele Patienten. Die Datenlage ist klar: Schwere unerwünschte Wirkungen treten bei Tdap-IPV-Impfstoffen mit einer Häufigkeit von weniger als 1:1.000.000 auf – das teilt die Weltgesundheitsorganisation (WHO – globale Gesundheitsaufsicht) mit. Der Nutzen – Verhinderung von Tetanus-Todesfällen oder Pertussis-Komplikationen – überwiegt das Risiko bei Weitem.

Fazit: Die häufigsten Nebenwirkungen von Repevax sind lokal und mild. Ein Impfschaden ist medizinisch extrem unwahrscheinlich. Wer dennoch Bedenken hat, sollte die Impfung mit dem Arzt besprechen – die Angst ist der einzige echte Risikofaktor.

Ist Repevax für Erwachsene geeignet?

Repevax ist ausdrücklich für Erwachsene als Auffrischimpfung zugelassen. Die Gebrauchsinformation aus Österreich (Stand November 2025) bestätigt die Anwendung bei Jugendlichen und Erwachsenen (Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (AT)).

Schwangerschaft

Die Verabreichung während der Schwangerschaft ist nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung indiziert. Die Europäische Seuchenschutzbehörde (ECDC – europäische Gesundheitsbehörde) empfiehlt, eine Tdap-Impfung wenn möglich vor der Schwangerschaft zu vervollständigen. Im Einzelfall kann der Arzt Repevax ab dem zweiten Trimester verabreichen – das Risiko einer natürlichen Diphtherie- oder Pertussis-Infektion in der Schwangerschaft ist höher als das Impfrisiko.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe (inklusive Formaldehyd, Neomycin)
  • Akute schwere fieberhafte Erkrankung (Impfung verschieben)
  • Schwere Reaktionen auf eine vorherige Dosis

Die Fachinfo (deutsche Arzneimitteldatenbank) führt zudem eine Vorsicht bei Personen mit fortschreitenden neurologischen Erkrankungen auf – hier entscheidet der Impfarzt individuell.

Spezifikationen des Impfstoffs

Sechs Kernparameter geben einen Überblick über Zusammensetzung und Anwendung – die Unterschiede zwischen den Herstellerangaben sind minimal.

Merkmal Beschreibung
Impfstofftyp Tdap-IPV (Kombinationsimpfstoff)
Wirkstoffe Diphtherie-Toxoid, Tetanus-Toxoid, azelluläre Pertussis-Antigene, inaktivierte Polioviren (Typ 1, 2, 3)
Zulassungsalter Ab 3 Jahren (Auffrischimpfung)
Verabreichung Intramuskulär, bevorzugt Deltamuskel (Oberarm)
Booster-Intervall Alle 10 Jahre
Lagertemperatur 2 °C bis 8 °C (Kühlschrank), nicht einfrieren
Hilfsstoffe Aluminiumhydroxid, Formaldehyd, Neomycin, Polysorbat 80
Darreichungsform Injektionssuspension in Fertigspritze

Die Tabelle fasst die Angaben aus der Health Products Regulatory Authority (irische Zulassungsbehörde) zusammen – die irische Zulassung bildet die Grundlage für viele deutschsprachige Daten.

Bestätigte Fakten

  • Repevax ist ein Tdap-IPV-Auffrischimpfstoff (Paul-Ehrlich-Institut)
  • Zugelassen ab 3 Jahren (Paul-Ehrlich-Institut)
  • Booster alle 10 Jahre empfohlen (RKI/STIKO)

Was unklar bleibt

  • Exakte Kostenübernahme durch alle Krankenkassen bei nicht-fristgerechter Impfung
  • Langzeitschutz über 10 Jahre hinaus – aktuelle Booster-Empfehlung basiert auf Schätzung
  • Daten zur Wirksamkeit bei immungeschwächten Personen sind begrenzt

„Repevax ist angezeigt zur Auffrischimpfung gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Poliomyelitis.“

Gebrauchsinformation Repevax (Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Österreich)

„Die STIKO empfiehlt für Erwachsene eine einmalige Pertussis-Impfung im Rahmen der nächsten Tetanus-/Diphtherie-Auffrischung.“

– infektionsschutz.de (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

„Repevax enthält keine lebenden Bakterien oder Viren. Es werden nur inaktivierte Bestandteile verwendet – eine Impfstoff-Infektion ist ausgeschlossen.“

– Betriebsärztlicher Dienst der FAU (Universitätsklinik Erlangen)

Wofür die Quellen stehen

Der Betriebsärztliche Dienst der FAU verweist darauf, dass die Unbedenklichkeit bei Tdap-IPV-Impfstoffen durch Jahrzehnte der Anwendung belegt ist – das gibt Patienten und Ärzten eine objektive Basis für die Entscheidung.

Für Patienten im deutschsprachigen Raum bedeutet das: Wer seinen Impfstatus nicht mehr genau kennt, sollte bei der nächsten Arztvisite nach dem Tetanus-Serum fragen und den Repevax-Booster prüfen. Die Kosten übernimmt die Kasse – das Zögern ist teurer als die Spritze. Einzige echte Einschränkung: Die Impfung schützt nicht vor einer Erstinfektion von Krankheiten, gegen die der Patient nie grundimmunisiert wurde.

Wer sich über die Auffrischimpfung informieren möchte, findet bei Repevax als 4-fach Impfung eine detaillierte Darstellung der Wirkung und Impfdauer.

Häufig gestellte Fragen

Kann Repevax gleichzeitig mit anderen Impfstoffen verabreicht werden?

Ja. Die Gebrauchsinformation gibt an, dass Repevax zusammen mit anderen Impfstoffen oder Immunglobulinen gegeben werden kann, jedoch an unterschiedlichen Injektionsstellen.

Ist Repevax für Kinder unter 3 Jahren geeignet?

Nein. Repevax ist erst ab 3 Jahren zugelassen. Für jüngere Kinder gibt es separate Impfstoffe mit höheren Antigen-Dosen.

Was ist der Unterschied zwischen Repevax und Boostrix?

Beide sind Tdap-IPV-Auffrischimpfstoffe. Repevax wird von Sanofi hergestellt, Boostrix von GSK. Die Zusammensetzungen sind ähnlich, aber die Pertussis-Anzahl der Antigene unterscheidet sich – beide sind nach STIKO-Empfehlung gleichwertig.

Wie wird Repevax gelagert?

Im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C. Nicht einfrieren, vor Licht schützen. Nach Entnahme aus dem Kühlschrank ist der Impfstoff bis zu 8 Stunden bei Raumtemperatur stabil.

Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?

Laut Fachinfos sind keine klinisch relevanten Wechselwirkungen mit Arzneimitteln bekannt. Bei immunsuppressiver Therapie kann die Immunantwort vermindert sein.

Muss ich nach der Repevax-Impfung mit Einschränkungen rechnen?

Nein. Alltägliche Aktivitäten sind sofort möglich. Bei lokalen Schmerzen kann eine Schonung des Arms für 24 Stunden sinnvoll sein.